Der Mann der ersten Stunde geht in den RuhestandJohann Fleig
Der Mann der ersten Stunde geht in den Ruhestand
Abschiedsfeier Johann Flieg

Der erste MiniTec-Mitarbeiter wurde gebührend verabschiedet (v. l. n. r.): Bernhard Bauer, Johann Fleig, Tobias Doll, Sonja Bauer, Andreas Böhnlein, Sandra Geyer-Altenkirch, Helga Collin

Verabschiedungen gibt es bei der MiniTec immer wieder, aber in diesem Fall handelt es sich um eine ganz besondere: Mit Johann Fleig beendete zum 1. April 2020 der allererste Mitarbeiter des Hauses sein berufliches Wirken in dem mittelständischen Unternehmen. Corona-bedingt konnte die offizielle Verabschiedung erst am 26.6. stattfinden.

Der Jubilar war 1990 aus Russland übergesiedelt und landete mit seiner Familie zunächst in einem Aufnahmelager im pfälzischen Gries. Die dortige Leiterin Helga Collin betreute fünf Familien, unter denen sich auch die des gelernten Mechanikers Johann Fleig befand.

Anfang 1991 stellte ihn MiniTec-Gründer Bernhard Bauer dann als ersten Mitarbeiter ein. Der Unternehmer blickt zurück: „Vorher hatte Herr Fleig in der Stadt Togliatti in Russland gearbeitet, wo die Lada-Werke angesiedelt sind. Die Russlanddeutschen befanden sich etwas zwischen den Stühlen. In Russland wurden sie als Deutsche betrachtet, in Deutschland als Russen. Es gab viele Vorurteile. Für mich ging es auch darum, diese auszuräumen, weil sie einfach nicht zutrafen.“ Bernhard Bauer sorgte auch dafür, dass Johann Fleig mit seiner Familie in einem Haus zur Miete unterkam.

Fleig erinnert sich: „Von Anfang an wurde ich in der MiniTec wie in einer Familie aufgenommen und ging immer gerne zur Arbeit. Insbesondere das gute Betriebsklima gefiel mir sehr gut. Zunächst war ich als Monteur beschäftigt. Meine erste Aufgabe war es, die Lagerregale einer befreundeten Firma abzubauen und sie bei der MiniTec wieder aufzubauen. Im Laufe der Zeit ist die Firma immer größer geworden und ich konnte die Leitung des Lagers und der Vormontage übernehmen.“

Mit fast 64 ging es nach 29 Jahren Betriebszugehörigkeit am 1. April 2020 nun in den wohlverdienten Ruhestand, obgleich Bernhard Bauer dies sehr bedauert: „Johann Fleig war immer äußerst zuverlässig, war sich für nichts zu schade, eine sehr treue Seele, nie war ihm etwas zu viel. Er ist heute nicht nur ein verdienter Mitarbeiter, sondern auch ein Freund unserer Familie.“